Gute Freunde muss man haben…
Alges 2009 Clos Pons – Costers del Segre

Neulich schickte mir ein guter Freund aus der Schweiz eine Flasche Rotwein, mit der Bitte, ich solle doch unbedingt einmal seine spanische Neuentdeckung verkosten und mein Urteil an dieser Stelle veröffentlichen – nichts leichter als das! Gute Freunde muss man haben!

IMG_1615Der besagte Alges 2009 vom Weingut Clos Pons stammt aus der Region Katalonien, genauer gesagt aus der DO-Zone Costers del Segres, die sich nördlich des wesentlich bekannteren Anbaugebietes Priorat ersteckt. Die Landschaft der Costers del Segres ist von dramatischer Unwirklichkeit geprägt. Geringe Niederschläge, eine extreme Hitze im Sommer und humusarmer Boden aus schwarz-rotem Schiefer, auf dem die Reben kaum Nahrung finden, sind charakteristische Merkmale für diesen Landschaftsabschnitt. Es ist daher kaum verwunderlich, dass bei dieser kargen Vegetation außer Weinreben nur Mandel- und Olivenbäume gedeihen.

Die 1945 gegründete Unternehmung Clos Pons war ursprünglich ein reiner Olivenproduzent, der seine Anbauerzeugnisse international vermarktet. Erst seit ca. 20 Jahren gehört der Weinanbau zum Firmenportfolio. Keine schlechte Entscheidung, wie die Weine der Clos Pons eindrucksvoll beweisen.


Der Alges 2009 ist ein Cuveé aus Tempranillo, Garnacha (Grenache) und Syrah. Die Reben wachsen auf einer Höhe von 500 m.ü.M. und werden von Hand gelesen. Nach der Gärung reift der Rotwein neun Monate sowohl in neuen, als auch in ein-und zweijährigen Barriquefässern aus französicher und amerikanischer Eiche.

Der Wein fließt in einem dunklen Rubinrot ins Glas. Ein intensiver Duft nach schwarzen Früchten und Beeren, getrocknete Feigen, leicht pflaumige Anklänge. Es folgen Aromen von mediterranen Gewürzen, Rosmarin, Pfeffer, Lebkuchen und Bitterschokolade. Dazu kommen Röstaromen vom Fassausbau, die die Fruchtaromatik aber nicht überdeckt, sondern gekonnt einbindet.
Am Gaumen geschmeidig, mittlerer Körper mit weichen, reifen Gerbstoffen. Der gekonnte Holzeinsatz lässt den Wein nicht holzig erscheinen, sondern ergänzt die pflaumigen Fruchtnoten. Bei Weinen aus sehr heißen Anbaugebieten besteht vereinzelt die Gefahr, dass aufgrund der Überreife der Trauben ein an eingekochter Marmelade erinnerndes Geschmacksbild entsteht. Dies ist hier glücklichweise nicht der Fall. Der Abgang könnte es etwas länger sein, aber das sind Klagen auf hohem Niveau. Alles in allem ein eleganter, ausgewogen harmonischer Wein, der auch an lauen Sommerabenden Freude bereitet. Gute Freunde muss man eben haben. 92/100 Pkt.
Für alle, die ihre Neuentdeckung ebenfalls gerne beschrieben sehen möchten, immer her mit dem Stoff!

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